Vereinsfahrt nach Leipzig PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Steffen Leuschner   

GUGGEMADA - EI FORRBIBBCH das is SÄGGS'SCH

Das wollte der TSV auch endlich am eigenem Leibe erfahren und machte sich am 28. August 2010 auf in Richtung Hauptstadt der Kaffeesachsen - Leipzig.

32 unerschrockene TSVler starteten in alle Frühe mit "uns Uwe" - den die Fa. Obersberger uns freundlich zur Seite gestellt hatte - auf in Richtung Osten.

 

Wir waren alles sehr gespannt, was die wohl aus unserem Solizuschlag gemacht haben. Obwohl - erbaut hat Leipzig ja wohl ein Herr Schneider mit Hilfe der Peanuts der Deutschen Bank.

Aber fangen wir chronologisch an - die Busfahrt. Naja, ganz ehrlich seit Jahren, was sage ich, seit Jahrzehnten - eine Legende. Hopfentee bzw. Hopfenkaltschale zum Frühstück - welch ein Start in den Tag. Der Rätselspass - diesmal von den Seriensiegern Britta und Udo gestaltet - eine wahre Herausforderung an Intelligenz und Logik. Dank der neuen Autobahn waren wir schneller als gedacht in unserer gastlichen Herberge, dem Tulip Hotel.
Ein Hotel, mit der Rezeption im 7. Stock, das hatten wohl noch nicht viele von uns gesehen. Einzigster Wehrmutstropfen - die Bar hat nur bis 01.00 Uhr geöffnet - was sollten wir danach bloss machen? Aber wir werden sehen, was daraus wurde.

Zweiter Programmpunkt war die Erkundung des Stadtzentrums/Altstadt/Bahnhof mit Hilfe des ADAC-Reiseführer.
Und immer der sorgenvolle Blick Richtung Himmel, wird das Wetter halten - es hielt, mit kleinen Unterbrechungen :).
Der Leipziger Bahnhof - eine Augenweide, obwohl Bahnhof ist wohl nicht mehr der richtige Begriff. Die Leipziger nennen ihn EINKAUFSZENTRUM MIT GLEISANSCHLUSS. Über 3 Etagen Geschäfte, selbst Samstag Nachmittag nicht überfüllt - aber wir waren ja nicht zum shoppen hier.



Weiter in die Altstadt - Nikolaikirche, Mädlerpassage, Auerbachs Keller, Altes Rathaus und und und.
Viele haben ihre eigene Tour gestaltet, die ein oder andere Einkehr gehalten - wir sind schlussendlich in der Moritzbastei gelandet. Die Moritzbastei ist der einzige erhaltene Teil der Stadtbefestigung von Leipzig. Von 1979 bis 1993 wurde sie von der Universität Leipzig als deren Studentenclub betrieben. Den Charme als Studentenclub hat sie sich erhalten, auch wenn das nachmittags gegen 16.00 Uhr nicht zur Wirkung kam.
Aber auch das war nur eine Station in Richtung Abend-Treffpunkt Bayrischer Bahnhof. Noch eine Stippvistite auf der Besucherplattform des PanoramaTowers im 31. Stockwerk. Leipzig von oben - faszinierende Ausblicke, untermalt durch eine aufkommende Unwetterwand - ein Highlight unserer Reise.


Schlussendlich wollten wir wissen, wie ein Ur-Krostitzer in über 100 Meter Höhe schmeckt und haben die Bar im 29. Stock unsicher gemacht.


Es half alles nichts - wir mussten los - Richtung Abendessen im Bayrischen Bahnhof. Liebevoll gestalteter - ältester Kopfbahnhof der Welt - mit integrierter Brauerei, der Abend schien erfreulich zu werden.

Eine kleine Brauereibesichtigung der GOSEN-Brauerei mit anschliessender Verkostung und ein leckeres Abendessen mit reichlich Bierproben rundeten den Tag ab. Die Gose ist eine Bierspezialtität - da nicht nach dt. Reinheitgebot hergestellt wird - weil mit Korinander, Milchsäurebakterien und Kochsalz versetzt. Gose, so lernten wir Nordhessen, ist ein leicht säuerliches obergäriges Bier.  Es schmeckt tatsächlich säuerlich, ein wenig nach Weizenbier und nach den Erklärungen des Schankmeisters hofften wohl alle nur, dass die verdauungsfördernde Wirkung uns bis zur Ankunft im Hotel erspart bliebe.

Je nach Lust und Laune starteten die Teilnehmer entweder Richtung Bett, Hotelbar, Moritzbastei oder oder oder. Im Hotel hieß es doch wie immer - "Nur die Harten kommen in den Garten!" - ein, zwei oder drei Wernesgrüner oder Longdrinks gingen noch über den Tisch. Der Rest versinkt im Dunkeln .....


Der Sonntag Morgen startete mit einem erfreulichen Frühstück, das den äusserst positiven Eindruck des Tulip Inn nochmal bestätigte. Wir waren bereit für die Stadtrundfahrt und warteten auf die Dinge die da kommen sollten. Wir wussten ja nicht, was da kam - Marktfrau Marlene (gesprochen wohl Moohrlähne - aber das zeichnet das sächsisch ja auch aus: "Mohr duhds doch dohdal andorrsch schreim, als wie morrsch schbrechn duhd.").

Im Dirndl mit einem fröhlichen "Guud'n Morschen, mei Guudsten!" stieg sie in unseren Bus und los gings. Waldstraßenviertel, mondäne Altbauvillen für die zehnköpfige Patchwork-Familie, hinaus zum Zentralstadion, aber auch zum Prenzlauer Berg von Leipzig, der Karl-Liebknecht-Straße, natürlich dem Völkerschlachtdenkmal - bis hin zur Singleberatung und Hunderassen -  eine Stadtrundfahrt auf säggs'sch - was haben wir gelacht. Noch heute denke ich an die Begriffe wie - mei Guudsder, Tieschär und ferrdsch!

Zurück zum Hauptbahnhof - auf zum Coffee Baum - Mahlzeit! Das Leipziger Kaffeehaus "Zum Arabischen Coffe Baum" ist ein kultur- und kunstgeschichtliches Baudenkmal und gehört zu Europas ältesten Kaffeeschänken. Es gab sogar noch Leute, die zum Nachtisch eine der wahren Kalorienbomben verdrückt haben.


Danach noch ein paar Runden in der Altstadt die Beine vertreten und ab gings nach Hause. Auf Grund eines Staus haben wir wohl Leipzig (gefühlt) dreimal umrundet. Das Siegerpaar des Quiz hies diesmal Melanie und Steffen - der Wanderpokal blieb zumindest diesmal in der Familie.

Wir haben  2 wunderschöne Tage verbracht und freuen uns auf die nächste Reise. Ich verrate nur noch nicht, wo es hingeht *fg*

Was ist schöner als so einen Reisebericht mit Goethe zu beenden: "Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute." (Faust I)

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 02. September 2010 um 06:37 Uhr